von Nadja

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Wozu, Weshalb, Warum und Wie, erfährst du im dreiteiligen Blogeintrag von unserem Merinomate Nadja (Tanz- und Yogalehrerin aus Memmingen).

Wenn du bereits schon ein Yogi/Yogini bist oder es noch werden möchtest, hast du dir vielleicht schon mal die Frage gestellt, warum genau man da eigentlich so manch seltsame Verbiegungen in den Yogaklassen macht…? Jedes einzelne Asana (Körperhaltung) hat seine positiven Wirkungen auf den Körper, Geist und die Seele, wie man so schön sagt… In diesem Bericht möchte ich genauer auf die Umkehrhaltungen eingehen und das Geheimnis -Herz über Kopf- lüften…
Wie der Name schon verrät, handelt es sich bei Umkehrhaltungen um Asanas, bei denen wir den Körper einmal „umkehren“. Das Herz befindet sich dann also über dem Kopf, was uns eine völlig andere Perspektive, nicht nur auf der Matte, sondern auch im wahren Leben ermöglichen kann. Wir lernen die Kontrolle abzugeben, Dinge von einer anderen Seite zu betrachten und stärken dabei unser Selbstbewusstsein. Umkehrhaltungen verleihen uns Mut, innere Stärke und helfen uns, Ängste zu überwinden. Organe wie Herz, Lunge und das gesamte Gehirn werden angeregt und die Energiezentren (Chakren), wie Hals-, Stirn-, und Kronenchakra werden aktiviert.
Zu den Umkehrhaltungen gehören zum Beispiel:

  •  der Schulterstand (Salamba Sarvangasana) > regt die Bronchien & Schilddrüse an, wirkt beruhigend, aktiviert das Halschakra. Das Halschakra (Vishuda Chakra) stärkt uns Gedanken & Gefühle in Worte zu fassen und diese auch auszusprechen.
  • der Kopfstand (Salamba Sirsasana), auch bekannt als „der König der Asanas“. Hat eine eher belebende, aufweckende Wirkung und fördert unsere Konzentration und das Gedächtnis. Aktiviert das Kronenchakra (Sahasrara Chakra), welches uns Vertrauen in uns selbst schenkt.
  • der Handstand (Adho Mukha Vrksasana), mein persönlicher Favorit 😉 Der Handstand erfordert in der Regel sehr viel Übung… UND macht Spaß! Erwecke das Kind in dir und verbessere dein Gespür für deine Balance. Besiege die Angst zu fallen. Sei es auf der Matte oder im Leben… wer fällt, steht wieder auf 😊

TEIL 1: SCHULTERSTAND (SALAMBA SARVANGASANA)

Schulterstand: Für den Schulterstand brauchen wir eine gestärkte Nacken-, Rücken- Arm-, und Bauchmuskulatur. Sowie ausreichende Beweglichkeit in den Schultern und im Nacken.
Der Schulterstand sollte nicht ohne „warm-up“ praktiziert werden. Das heißt, du solltest bereits ein paar kräftigende Übungen zu den bereits oben genannten Muskelgruppen gemacht haben.
Einfache Beispiele: 3-5 Sonnengrüße (kräftigt den ganzen Körper) / Heuschrecke (Salambasana) um die Rückenmuskulatur zu stärken/ das Boot (Navasana) um die Bauchmuskulatur zu stärken

Schulterstand (SALAMBA SARVANGASANA):

Bild 1

Lege dich flach mit dem Rücken auf deine Matte mit den Handflächen nach unten schauend neben dir liegend.
Drücke die Handflächen in den Boden, bringe deine Beine möglichst ohne Schwung nach Hinten und gleichzeitig nach Oben. Deine Bauch- und Rückenmuskulatur sind aktiv und du bringst deine Hände an den unteren Rücken, mit den Fingerspitzen zur Decke zeigend, um deine Oberarme parallel zu behalten. Dein Körpergewicht sollte nun auf den Schultern getragen werden- daher der Name Schulterstand und nicht Nackenstand.
Die Oberschenkel sind leicht nach innen gedreht, sodass deine Gesäßmuskulatur zwar leicht angespannt aber nicht zu fest ist.
Strecke deine Zehenballen Richtung Decke nach oben, für Spannung in den Beinen.
Den Kopf NICHT nach rechts/links drehen, um Verletzungen in den Halswirbeln zu vermeiden. Verweile hier für ca. 10 tiefe Atemzüge.
Wenn du möglicherweise einen zu starken Druck im Kopf und/oder in den Augen spürst, sowie Schwindel oder Schmerzen im Nackenbereich, dann solltest du dich früher aus der Haltung begeben.
Um aus der Haltung rauszugehen empfehle ich dir die Beine leicht nach hinten sinken zu lassen, während du das Becken geführt durch deine Hände Richtung Boden sinken lässt. Die Bauchmuskeln sind dabei aktiv während du die Handflächen wieder flach neben dich auf die Matte drückst.
Am Boden angekommen, Füße aufstellen, Knie nach innen oder außen fallen lassen und kurz ausruhen.

  • Eindeutig solltest du den Schulterstand NICHT bei zu hohem Blutdruck üben.
  • Übe den Schulterstand nur, wenn du dir mit der Ausführung schon sehr sicher bist und regelmäßig bei einem Lehrer praktizierst.

 

Alternative und Vorübung zum Schulterstand: VIPARITA KARANI

Bild 2Komme in die kleine Brücke. Greife den Klotz und lege diesen direkt unter dein Kreuzbein. Du kannst den Klotz der Länge oder Höhe nach aufstellen, ihn drehen und platzieren, so wie du eben bequem und schmerzfrei dein Gewicht darauf ablegen kannst. Die Arme liegen entspannt neben dir, während die Beine geschlossen und gestreckt nach oben gestreckt sind.