von Jules

///Ich erinnere mich noch zu gut an das Gefühl nach meiner ersten Yogastunde.
Aus Savasana aufzuwachen und zu spüren, wie der Atem durch meinen Körper fliest und sich ein beflügelndes Freiheitsgefühl in mir ausbreitet. Nicht nur Bewegungsfreiheit meines Körper, sondern vor allem die Erfahrung von weitem Raum in meinem Geist.
Yoga war seit dieser Begegnung immer ein Anker für mich. Eine Praxis bei der ich mein Zuhause immer wieder neu erkunden und entwickeln kann.
Seit Beginn der Winterzeit rückt eine Art von Yoga in meinen persönlichen Fokus, die ich emotionales oder therapeutisches Yoga nenne. Dazu gehören überwiegend Themenbereiche, die der Yin Energie zuzuordnen sind:
Yin Yoga.
Achtsamkeitsmeditation.
Selbstreflektion.
Therapeutisches Fliegen.
Lange Spaziergänge und Tee.
Achtsame Berührung in Form von Thai Massage.
Nährstoffe für die Seele wenn Vitamin D fehlt.
Wie stehst du im Austausch mit der nach innen gerichteten Yin Energie?
Wir verfolgen so oft die Herausforderung anstatt unsere Heilung. Rennen höher, schneller weiter und vergessen dabei den simplen Akt des Zuhörens. Mit Zuhören meine ich dabei vor allem uns selbst. Yoga in allen Lebensphasen.
Ein Zyklus der Veränderung indem wir unsere Praxis immer wieder neu entdecken können.
Gerade im Zuge meiner Verletzung und der kalten Jahreszeit lerne ich die Vielfalt ausgiebig schätzen.

02_Achtsamkeit

Achtsamkeit ist der Schlüssel, wenn wir uns gebrochen fühlen. Verletzbar sein und Emotionalität ausleben, erlaubt es uns tiefere Schichten zu öffnen.
Körper, Geist und Seele nähren sich hier gegenseitig.

04_BalasanaBalasana. Die Haltung des Kindes als ein Zuhause erfahren, aus dem wir kommen und in das wir immer zurück kehren können. In dieser Einheit können wir beobachten und uns fragen, was wir wirklich brauchen oder was wir wirklich fühlen.
Eine bewusste Pause fürs Atmen. Uns ganzheitlich dem Moment hingeben.
Die Kunst weniger zu tun, mit mehr Achtsamkeit gegenüber uns selbst und allem was uns umgibt.
Faszien Arbeit in Form von Yin Yoga. Tieferliegende Muskelschichten werden durch das Halten von Positionen über einen Zeitraum von 3 – 10 Minuten erreicht. Stimulation des Tiefengewebes kann tieferliegende Emotionen hervorbringen. Intensität verbindet sich mit der Atmung als Elixier.

Emotion vom lateinischen ‚emovere’ in seiner Bedeutung Energien in Bewegung zu versetzen, empor zu wühlen. Daher gehen Bewegungen mit Gefühlen Hand in Hand und finden sowohl innerlich als auch äußerlich statt.
An tiefer liegenden Schichten zu arbeiten, ob mental oder physisch kann uns manchmal an unsere Grenzen bringen. Wir brauchen Mut dort hinein zu tauchen und die Mauern einzureisen. Den Sicherheitssektor verlassen, wenn wir aus unseren gewohnten Gefilden des Yang Verlangens heraus treten.
Selbstheilungskräfte aktivieren. Stärke wird so oft mit Äußerem verbunden ohne dass wir uns erlauben unsere Stärke ganzheitlich zu erfahren. Losgelöst von unseren egozentrischen Bestrebungen. Wir können so viel geben, wenn wir uns erlauben präsent zu sein.
Thicht Naht Hahn sagt so wunderbar in seiner Atem – Achtsamkeits – Meditation:
„Während ich einatme, bin ich mir bewusst: Ich atme ein.
Während ich ausatme, bin ich mir bewusst: Ich atme aus.
Während ich einatme, spüre ich: Mein Einatmen wird tiefer.
Während ich ausatme, spüre ich: Mein Ausatmen wird länger.
Während ich einatme, beruhige ich mich; während ich ausatme, fühle ich mich erleichtert.
Während ich einatme, lächle ich,während ich ausatme, lasse ich los.
Während ich einatme, verweile ich im gegenwärtigen Augenblick.
Während ich ausatme, fühle ich:
Dies ist ein wundervoller Augenblick.“
Yoga als Tanz zwischen Kontrolle und Hingabe. Aus dem Pendel der Balance zwischen zu viel und zu wenig, antreiben und loslassen. Und vor allem dem Moment in dem wir realisieren können wann wir uns antreiben können und wann wir loslassen können, sodass sich ein Prozess entfalten kann in dem wir uns als Einheit wahrnehmen können. Ein Prozess in dem wir die Gesamtheit und Vielfältigkeit unseres Wesen erkunden können.
Wie eine versteckte Türe, die wir endlich öffnen können ohne unser Ego weiter zu füttern. Zuwendung ohne Hindernisse. Gnade. Frieden. Bedingungslose Liebe. Klarheit. Freiheit.
Eine Heilkunst die wir in uns selbst entfachen.

05_Sprichwort“Sei demütig genug, zuerst zu empfangen, dann kannst du wahrhaftig geben.”
– Indianisches Sprichwort

 

 

 

Entspannte Grüße aus Berlin,
von Merinomate Jules
Fotograph: Tobias Lehmann
Literatur Empfehlungen:
The Complete Guide to Yin Yoga – Bernie Clark
Emotional Yoga – Bija Bennett