Von Merinomate Sinah Diepold

Die Welt dreht sich schneller und schneller, man ist immer erreichbar und fühlt sich zwischendurch wie im Schleudergang. Umso mehr Möglichkeiten es gibt sich zu verbinden und zu kommunizieren, umso größer wird auch der Wunsch nach Abschalten und Rückzug. Der direkteste, einfachste und günstigste Weg dahin ist Meditation.
Was früher etwas Fremdes aus einer weit entfernten Kultur war, ist mittlerweile in aller Munde und dient als wunderschöne Oase der Ruhe: Alles kurz anhalten, tief durchatmen und wieder zu sich finden.

Aber wie fange ich damit an zu meditieren? Einfach hinsetzen und atmen?

Interessanter Fakt am Rande: Das Wort Asana, welches im Yoga für die Haltungen benutzt wird, heißt übersetzt aus dem Sanskrit „in Ruhe sitzen“ oder „der Sitz“.
Was wir in der westlichen Welt als „Yoga“ kennen ist im Endeffekt nur einer von acht Teilen, die Yoga ausmachen. Asanapraxis, wie wir sie kennen, dient nur dazu, den Körper beweglich und kräftig genug zu machen, um „in Ruhe sitzen“ zu können, also zu meditieren.

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Hier ein paar einfache Tipps, um mit Meditation zu beginnen.

1. Stell dir einen Wecker
Ich habe festgestellt, ich kann nur wirklich abschalten, wenn ich einen Wecker stelle und weiß, dass ich nach einer festen Zeit aus der Meditation geholt werde – bitte einen möglichst sanften Klingelton, denn nichts ist schlimmer als unangenehm aus der Meditation gerissen zu werden. Fang ruhig mit 5 Minuten an, wenn das gut klappt dann versuche mal 10 Minuten usw. Es ist kein Wettkampf, jede Minute bewusst präsent sein zählt bereits.

2. Finde einen bequemen Sitz und aufrechte Haltung
Setz dich auf einen Stuhl, auf ein Kissen oder auf den Boden, je nachdem, was für dich bequem ist. Nimm dir hier ruhig ein wenig Zeit. Richte deine Wirbelsäule bewusst auf, leg die Hände auf deine Knie oder in den Schoß und lass die Augen noch kurz offen, richte deinen Blick jedoch auf nichts Bestimmtes. Du kannst auch gerne eine Duftkerze anmachen, für die Atmosphäre. Achte darauf, dass du nicht gestört werden kannst.

3. Zähle deinen Atem
Nach ein paar bewussten, tiefen Atemzügen, schließe langsam die Augen. Nun konzentrier dich nur noch auf das Heben und Senken deines Brustkorbes. Eine ganz einfache Übung für die Achtsamkeit ist das Zählen des Atems: ein-aus 1, ein-aus 2, ein-aus 3 usw. bis 10. Dann wieder von vorne anfangen. Falls du mit den Gedanken abschweifst und nicht mehr genau weißt wo du warst, ist das der Moment wo du merkst, dass dein Gedankenkarussell zurückgekehrt ist und du nicht mehr präsent warst. Keine Panik, einfach wieder von vorne anfangen, auch Regenwurmtraining genannt – raus aus den Gewohnheiten und immer wieder ehrlich von neuem Anfangen. Bei meiner ersten Meditation kam ich in 20 Minuten nur bis 3. Also nicht verzagen, bisher schaffe ich es ab und zu auch schon mal zweimal bis 10.

4. Kurz wirken lassen
Wenn dein Wecker dich sanft aus deiner Meditation holt, dann spring nicht sofort auf. Öffne langsam die Augen, nimm dir einen Moment Zeit und lass es auf dich wirken. Beobachte wie es dir nun geht, lehn dich zurück und genieße die Stille.

Wenn du merkst, dir wächst alles etwas über den Kopf, du hast so viele Punkte auf deiner Liste zu erledigen, dass du nicht weiß wo du anfangen sollst, du unter Zeitdruck stehst oder du einfach nur gestresst bist, nimm dir genau dann diese 5-10 Minuten Zeit.

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Ich übe fleißig mit dir mit.
Deine Sinah