von Sofia Muigg

Klettern ist unglaublich vielseitig, von Sportklettern über (seilfreies) Bouldern in Absprunghöhe über Mehrseillängentouren, die entweder abgesichert sind oder schon vor dem Einstieg zu Schweißausbrüchen führen. In jedem einzelnen Bereich ist die Psyche bzw. Mentale Stärke (mal mehr, mal weniger) gefragt.

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In meiner langjährigen „Kletterkarriere“ durchlebte und erlebte ich am eigenen Leib, den Entwicklungsprozess den Umgang mit der „Angst“ bzw. meine persönlichen Bewältigungsstrategien kennen. Ich würde nicht behaupten, dass ich mutiger, angstfreier oder kopfloser wäre wie anderer Menschen, vielleicht sogar das Gegenteil. Seit Jahren kämpfe ich mit meiner mentalen Stärke, um auch noch bei 300 m unter dem Ar… locker und entspannt meine Kletterperformance abrufen zu können und vielleicht wird mir das nie so gelingen wie beim Sportklettern.

Aber eines meiner Ziele, unabhängig von Schwierigkeitsgraden ist es, so klettern zu können, dass der mentale-psychische Aspekt nicht so zum Tragen kommt, dass es mich nicht behindert oder einschränkt. Ein sogenanntes Flow-Gefühl in einer/jeder Route erreichen zu können, ohne dass der (lästige) Kopf vorher schon sagt: „Wo ist der nächste Hacken; Zu; ich will nicht stürzen… und so weiter.

Ich bin der Meinung, dass diese Mentale Stärke genauso trainiert und berücksichtigt werden muss, wie die anderen wichtigen Komponenten Kraft, Ausdauer, Technik. Erfahrungsgemäß wird dieser Komponente aber weniger Beachtung geschenkt, wie z.B. 10 Klimmzüge zu schaffen. Warum das so ist? Vielleicht weil es einen aktiven Prozess darstellt, mit sich und seiner Angst zu arbeiten, sich aktiv seiner Angst zu stellen und (mental) genauso oder vermehrte Anstrengung bedeutet wie forciertes Krafttraining?

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Trotzdem, wäre es nicht das Ziel, befreiter-losgelöster klettern zu können um somit ein neues, nicht an Schwierigkeitsskalen gebundenes, Kletterlevel erreichen zu können?

Mein Tipp: Gebt euch Zeit, diese Stärke zu forcieren, aber bleibt konsequent, denn nur konsequentes Training führt irgendwann zum Ziel.